| Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART Maisarchiv | |
|---|---|
| AfA-Bestandsnummer N° du fonds aux AHR |
297 |
| Standort Emplacement |
Schweizerisches Bundesarchiv |
| Zeitraum der Unterlagen Dates extrêmes |
1930-2007 |
| Art und Umfang der Materialien Genre et importance des documents |
26,8 Laufmeter Dias. Fotos. Papier. |
| Angaben zur aktenproduzierenden Institution bzw. Person Indications sur la provenance des documents |
Die seit 1875 von Friedrich Gottlieb Stebler privat betriebene Samenuntersuchungsanstalt in Bern wurde 1878 der
heutigen ETH angegliedert. Das Institut umfasste eine Samenkontroll- und eine landwirtschaftlich-chemische
Untersuchungsstation, die 1898 administrativ dem Landwirtschaftsdepartement in Bern unterstellt wurden. Gleichzeitig
übernahm der Bund auch die kantonale Samenkontrollstation in Mont-Calme bei Lasusanne, die unter der Leitung von
Gustave Martinet im gleichen Jahr die Züchtung von Weizen aufnahm. 1907 erhielt auch Zürich-Oerlikon den Auftrag,
selbständige Züchtungsversuche mit Weizen durchzuführen. Die Leitung des Züchtungsprogramms übernahm Albert
Volkart.
Bis in die 1930er Jahre erfolgte die Getreidezüchtung v.a. über die ‚Veredelung’ alter Landsorten. Aus diesem
Zuchtmaterial wurden an den Herkunftsorten auf privaten Bauernhöfen sowie auf staatlichen Gutsbetrieben „reine“
Linien ausgelesen. Die so geschaffenen Zuchtstämme dienten als Basis für die Kreuzungszüchtung, die in den 1950er
Jahren einen grossen Aufschwung erlebte. Gezüchtet wurden Winter- und Sommerweizen, Korn (Dinkel oder Spelz),
Hafer, Gerste und Roggen.
Bis Anfang der 1960er Jahre wurden Muster der vom Aussterben bedrohten Landsorten angelegt und zur Sicherstellung
der genetischen Variabilität auch in Züchtungsinstitutionen in den USA, in Deutschland und in der Sowjetunion
eingelagert. 1983 übergab Zürich-Oerlikon seine Weizen- und Gerstensammlungen, 1988 die Korn- resp.
Dinkellandsorten an die mittlerweile in Changins domizilierte Forschungsanstalt Mont-Calme. Ende der 1960er Jahre
wurde Dinkelzüchtung aufgegeben, zehn Jahre später wieder aufgenommen.
Die Zusammenarbeit der beiden Forschungsanstalten wurde Mitte der 1960er Jahre neu geregelt. Die seit 1966 unter der
Bezeichnung Forschungsanstalt für landwirtschaftlichen Pflanzenbau (FAP) ab 1969 am Standort Reckenholz tätige
Forschungsanstalt befasste sich fortan mit der praktischen Züchtung bei Winter- und Sommerweizen. Es wurde auf hohe,
stabile Erträge und gute Mahl- und Backqualitäten sowie Resistenzeigenschaften gezüchtet. Dabei wurden auch neue
Verfahren (z.B. Rückkreuzungen, Auswuchs- und Qualitätstests, Antherenkulturen usw.) entwickelt. Changins
konzentrierte sich auf zytologische und zytogenetische Untersuchungen, betreute die Sortimente und erzeugte
Rückkreuzungen und genetische Mutanten.
1997 erfolgte eine Reorganisation der Forschungsanstalten. Unter der Bezeichnung REODEC-97-FA erfolgte eine
Neugruppierung der Aufgaben und die Eingliederung der Forschungsanstalt für Agrikulturchemie und Umwelthygiene
FAC als Institut für Umweltschutz und Landwirtschaft (IUL), zusammen mit der FAP, in die neue Forschungsanstalt für
Agrarökologie und Landbau FAL am Standort Reckenholz. Die Getreidezüchtung wurde ganz an die RAC in Changins
verlegt. Der Transfer der Zuchtprogramme für Winter- und Sommerweizen sowie die Aufgabe der Dinkelzüchtung am
Standort Reckenholz erfolgte 1999. >> Adresse |
| Bestandsgeschichte Histoire du fonds |
Der Bestand wurde im Jahr 2008 vom Archiv für Agrargeschichte im Auftrag der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART erschlossen. |
| Zugangsbestimmungen Restriction de consultation |
Gemäss Bestimmungen des Bundesarchivs. |
| Abstract / Qualität Sommaire / Qualité |
Die Archivalien zur Maiszüchtung bilden zusammen mit denjenigen zur Getreidezüchtung einen wichtigen Teilbestand der Forschungstätigkeit der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon. Den eigentlichen Kern des Bestandes bilden die Daten zum Zuchtprozess der Maishybriden von 1970-1995; gut dokumentiert ist auch die erste Phase der Maiszüchtung von 1930-1970 sowie die Sammlung der Landsorten. Der Bestand gibt Aufschluss über die Zusammenarbeit und den engen Austausch mit ausländischen Zuchtanstalten, die in der European Association for Research on Plant Breeding koordiniert wurde. |
| Findmittel Répertoire d’archives |
297Findmittel.pdf |